Sie sind hier: Musicademy / DEF / Debussy, C.
15.12.2017 : 14:43 : +0100
Glossar

Zeigen Sie mit der Maus auf einen unterstrichenen Begriff, um hier mehr Informationen zu erhalten.

Claude Debussy

Claude Debussy (*1862; † 1918) erblickte am 22. August 1862 in der französischen Stadt St.-Germain-en-Laye das Licht der Welt. Er wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater führte einen kleinen Geschirrwarenladen, doch die Geschäfte gingen schlecht und er zog mit seiner Familie nach Paris. Debussy besuchte nie eine Schule; seine Mutter gab ihm Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen. Ein Leben lang litt Debussy unter der mangelnden Schulbildung. Maute du Fleurville, eine Schülerin Frédéric Chopins, erkannte das musikalische Talent des Jungen und gab ihm erste Klavierstunden. Mit ihrer Hilfe erhielt Debussy als Zehnjähriger ein Stipendium für das Pariser Konservatorium. Doch aufgrund seiner stillen Verschlossenheit besaß Debussy nicht die Fähigkeit zum Konzertieren und nahm von einer Pianistenkarriere Abstand. Stattdessen begann er mit 16 Jahren ein Kompositionsstudium. 1884 erhielt er für seine Kantate «L’enfant prodigue» die höchste Auszeichnung, die Frankreich an einen jungen Pianisten vergab: den Prix de Rome.

Nach dreijährigem Aufenthalt in Rom kehrte Debussy wieder nach Paris zurück, wo er sich dauerhaft niederließ. Er führte ein bohemehaftes Leben und steckte ständig in finanziellen Schwierigkeiten. Besonders faszinierte ihn die Kunst des Impressionismus. Bei der Pariser Weltausstellung 1889 lernte Debussy außerdem die indonesische Gamelanmusik kenne, die ihn auf Anhieb begeisterte. Von diesem Zeitpunkt an finden sich in seinen Werken immer wieder fernöstliche Einflüsse. Ein Gedicht Stéphane Mallarmés diente ihm als literarische Vorlage für sein erstes Orchesterwerk «Prélude à l’après-midi d’un faune». Es wird zum Schlüsselwerk des musikalischen Impressionismus.

Debussys Werke sind Farben sprühenden Klangbildern, in denen Stimmungen und Atmosphäre mit Tönen «gemalt» werden.
1899 heiratete Debussy Rosalie Texier, die er aber wieder verließ, um mit Emma Moyse-Bardac zusammen zu leben. Sie brachte 1905 ihre gemeinsame Tochter Chou-Chou zur Welt, der Debussy später die Klavierstücke «Children’s Corner» widmete. Die Presse, die Öffentlichkeit und auch seine Freunde waren empört über den Schritt Debussys, unverheiratet mit Emma zu leben. Inzwischen wurde seine Oper «Pelléas und Mélisande» mit großem Erfolg aufgeführt. Debussy hatte seinen unverwechselbaren Stil gefunden. Seine Sehnsucht nach dem Meer spiegelte sich in seinem Meisterwerk «La Mer» wieder. 1908 konnte Debussy nach langen Scheidungsformalitäten endlich Emma heiraten. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen ihn, trotz seines introvertierten Wesens Konzerttourneen durch Europa zu unternehmen und Werke selbst zu dirigieren. Allmählich wurde der Gesundheitszustand Debussys, der an Darmkrebs litt, immer schlechter. 1917 trat er das letzte Mal öffentlich auf. Ein Jahr später starb er am 25. März in Paris.

Wikipedia