Sie sind hier: Musicademy / KLM / Liszt, F.
17.10.2017 : 9:57 : +0200
Glossar

Zeigen Sie mit der Maus auf einen unterstrichenen Begriff, um hier mehr Informationen zu erhalten.

Franz Liszt

Franz Liszt wurde in Raiding geboren, einer kleinen Gemeinde im Burgenland, die damals zu Ungarn gehörte. Der musikbegeisterte Vater machte seinen 6-jährigen Sohn mit dem Klavier vertraut. Der Junge machte so rasche Fortschritte, dass er mit neun Jahren als Wunderkind gehandelt wurde. 1821 erhielt Liszt Klavierunterricht bei Carl Czerny in Wien, Antonio Salieri gab ihm Kompositionsunterricht. Zwei Jahre später zog die Familie nach Paris. Hier machte der junge Pianist schnell Karriere. Er unternahm Konzertreisen durch Frankreich und England und gab Klavierunterricht. Bald feierte er in ganz Europa Erfolge mit seiner schier unglaublichen Virtuosität. Nebenbei schuf Liszt auch viele Klavierstücke wie etwa die Ungarischen Rhapsodien, in denen er die Melodien der Zigeuner aufgriff.
1833 begegnete er erstmals der Comtesse Marie d'Agoult (als Schriftstellerin unter dem Synonym Daniel Stern bekannt) mit der er seine literarische Neigung intensivierte. Er lebte mit ihr ab 1835 in Genf und Italien. Sie hatten zusammen drei Kinder, von denen seine Tochter Cosima (vorher mit Hans von Bülow verheiratet) 1870 Richard Wagner heiratete. In Kiew traf Liszt die kunstsinnige ukrainische Fürstin Caroline von Sayn-Wittgenstein, die seine Geliebte wurde.
Als 30-Jähriger beendete er abrupt seine Pianistenkarriere und ging als Kapellmeister nach Weimar, wo er als Komponist und Dirigent arbeitete. Dort gründete er auch die «Neudeutsche Schule» und prägte den Begriff der «Sinfonischen Dichtung». Als Weimarer Opernleiter erwarb er sich Verdienste um die Aufführungen zeitgenössischer Werke besonders aber der Opern Richard Wagners, mit dem er, erstmals in Paris getroffen, in Weimar Freunfschaft schloss. Um Liszt scharte sich ein großer Schüler- und Verehrerkreis und doch konnte das Weimarer Publikum mit seinen Werken nicht viel anfangen. 49-jährig verließ Liszt Weimar und ging nach Rom. Als sein Plan, dort die Fürstin Sayn-Wittgenstein zu heiraten, scheiterte zog er sich ins Kloster Madonna del Rosario zurück und nahm 1865 die niederen Weihen eines Abbés. Er schrieb fortan überwiegend geistliche Musik. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Liszt in der Villa d’Este in Tivoli nahe Rom sowie in Weimar und Budapest. 1886 starb er im Alter von 74 Jahren während der Festspiele in Bayreuth.

Wikipedia