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23.6.2017 : 19:27 : +0200
Glossar

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Silvius Leopold Weiss

Silvius Leopold Weiss wurde vermutlich 1687 in Grottkau bei Breslau geboren, wie neuere Forschungen nahelegen, und nicht bereits 1686 in Breslau. Sein Vater Johann Jacob Weiss lehrte ihn, wie auch seinen beiden jüngeren Geschwister Johann Sigismund und Juliana Margaretha, schon in jungen Jahren das Lautespiel.
Silvius Leopold Weiss war in Breslau als Lautenist bei Karl Phillip von Pfalz-Neuburg tätig. Wahrscheinlich erst ab 1710 hielt er sich in Begleitung des polnischen Prinzen Alexander Sobieski in Rom auf. 1714 kehrte er vermutlich zu seinem vorigen Dienstherrn zurück. 1717 ließ er sich zum ersten Mal am Hof zu Dresden hören. Im August 1718 wurde er dort als königlicher Kammerlautenist angestellt. Er gehörte zu den bestbezahlten Musikern am Hof in Dresden, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. 1750 starb Weiss in Dresden im Alter von 63 Jahren.
Weiss war einer der letzten großen und technisch herausragenden Lautenvirtuosen, der von seinen Zeitgenossen wegen seiner Improvisationskunst bewundert wurde. Er hat mehr als 600 Werke (Präludien und barocke Tanzsätze) für Sololaute geschrieben. Meistens waren sie zu «Sonaten» (nicht zu verwechseln mit der späteren klassischen Sonate, die auf der Sonatenform basiert) oder Suiten zusammengestellt. Unglücklicherweise ist keines seiner Ensemblewerke für Laute und andere Instrumente vollständig erhalten.
Weiss' Werke blieben lange Zeit Manuskript. Erst im 20. Jahrhundert wurden seine musikalisch gehaltvollen und technisch anspruchsvollen Stücke durch Veröffentlichungen bekannt.