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30.5.2017 : 14:57 : +0200
Glossar

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Jean-Baptiste Lully

Jean-Baptiste Lully (eigentlich Giovanni Battista Lulli; * 28. November 1632 in Florenz; † 22. März 1687 in Paris) frz.  Komponist italienischer Herkunft, kam 1646 nach Frankreich. Durch die Vermittlung von Roger de Lorraine, Chevalier de Guise, wurde er bei Anne Marie Louise d'Orléans, Duchesse de Montpensier, genannt La Grande Mademoiselle, beschäftigt.
Zu seinen Aufgaben gehörte es nicht nur, die Dame des Hauses zu unterhalten, italienische Konversation zu betreiben und sie auf der Gitarre zu begleiten, sondern auch, ihre Garderobe zu sortieren, die Kamine zu heizen und die Kerzen anzuzünden. Lully vervollkommnete in dieser Zeit weiter sein Geigenspiel, nahm Cembalounterricht bei Nicolas Gigault und Francois (II) Roberday und Kompositionsunterricht bei Nicolas Métru und trat in komischen Rollen auf. Außerdem wurde er zum Ballett-Tänzer ausgebildet.
1653 tanzte er zusammen mit dem 14-jährigen König Ludwig XIV. im «Ballet de la nuit». Der König fand so sehr Gefallen an Lully, dass er ihn noch im selben Jahr zum «Compositeur de la musique instrumentale du roi» ernannte. Nicht selten tanzte Lully an der Seite des Königs. Er konnte auch erste Erfolge als Komponist verzeichnen.
Seine erste größere Komposition war die Maskerade La Galanterie du temps, die im Palais Mazarins unter Mitwirkung der Petits violons aufgeführt wurde. Dieses Orchester gründete Lully mit Genehmigung des Königs, um nicht mehr auf die schwerfälligen 24 Violinen («24 violons du roi») zurückgreifen zu müssen, und vielleicht auch, um den «alten Meistern» aus dem Wege zu gehen, die Lullys Aufstieg zu boykottieren versuchten.
Lully gehörte zur Gruppe der in Paris von Mazarin geförderten Italiener. Doch ungeachtet seiner Herkunft war Lully bereits in dieser Zeit der Hauptvertreter eines französisch geprägten Tanzstils.
Mit Amour malade, am 17. Januar 1657 uraufgeführt, gelang Lully der Durchbruch als Komponist. Der Höhepunkt von Lullys Karriere war 1881 erreicht, als er zum «Secrétaire du Roi» ernannt wurde.
Anlässlich der Feier zur Genesung des Königs 1687 führte Lully sein Te Deum mit allen Hofmusikern auf. Bei der Vorstellung schlug er, wie damals üblich, den Takt mit einem langen, reich verzierten, schweren Stab auf den Boden. Der temperamentvolle Mann traf dabei unglücklich seinen Fuß. Die Wunde entzündete sich rasch und infizierte sich, es entstand Wundbrand. Da sich Lully weigerte, den Zeh amputieren zu lassen, verstarb er wenige Monate darauf.
Lully wurde in Notre Dame des Victoires unter großer Anteilnahme begraben. Seine letzte Oper wurde von seinem Sekretär Pascall Colasse vollendet. Die Nachfolge im Amt des Surintendanten übernahmen zuerst seine Söhne Jean und Louis de Lully, zusammen mit seinem besten Schüler Marin Marais, bis der König Michel-Richard Delalande das Amt übertrug.