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23.6.2017 : 19:26 : +0200
Glossar

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Alexander Borodin

Alexander Borodin wurde als unehelicher Sohn des georgischen Fürsten Luka Stepanowitsch Gedianow (1772-1840) und dessen 24-jähriger Mätresse Awdotja Konstantinowna Antonowa am 31. Oktober 1833 in Sankt Petersburg geboren.
Borodin wuchs bei seiner Mutter in St. Petersburg auf, er erwies sich als außerordentlich talentiert und erlernte neben den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch auch das Spiel auf dem Klavier, der Flöte und dem Cello. Bereits 1847 schrieb er ein Konzert für Flöte und Klavier D-Dur sowie um 1848 eine Flöten- und Violoncellosonate. Alexander Borodin studierte 1850-1856 an der St. Petersburger Mediko-chirurgischen Akademie, promovierte 1858 zum Dr. med. und unternahm bis 1862 eine Studienreise durch Italien, die Schweiz und Deutschland. Er wurde Militärarzt und 1864 Professor für organische Chemie an der genannten Akademie.
Im Jahre 1863 heiratete Borodin die Russin Jekaterina Protopopowa, eine junge Pianistin, mit der er drei Töchter hatte.
Er hat stets komponiert. Entscheidend wurde die Bekanntschaft mit Balakirew unter dessen Anleitung er seine 1. Symphonie Es-Dur schrieb. Er lernte die weiteren Mitglieder des „mächtigen Häufleins“ kennen und schloss sich mit ihnen zusammen, um aus der Musik in Russland eine wirklich „russische Musik“ zu gestalten und dabei westliche Einflüsse nach Möglichkeit auszuschalten. Sein bedeutendstes Werk Fürst Igor (Knjaz’ Igor’) hat er 1869 begonnen, wurde aber von Nikolai Rimsky-Korsakow und Alexander Konstantinowitsch Glasunow 1889 vollendet.
Gegen Ende seines Lebens litt Borodin vermehrt an den Folgen einer Cholerainfektion und an Herzbeschwerden. Er starb am 27. Februar 1887 inmitten von Festlichkeiten seiner Akademie in St. Petersburg an einem Herzinfarkt. Neben Tschaikowsky gilt er als einer der bedeutendsten Symphoniker Russlands im 19. Jahrhundert.