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6.12.2019 : 23:48 : +0100
[Schüler spielen das Stück «Dachs 2008». Bild einmal klicken, um Video zu starten. Clipdauer: 5'44'']

Glissandomusiken

Diese Musiken wurden gemeinsam in der Klasse entwickelt und mit einigen Vorübungen vorbereitet. Dabei musste überlegt werden, ob mit Anstieg des Glissandos auch die Lautstärke zunimmt, wie die Struktur der Klänge sein sollte (gehaltene Töne oder kleine motivische Bewegungen). Hier wurde zunächst vieles ausprobiert und dann gemeinsam festgelegt.

Die Stücke «Dachs 2008» und «Sisyphos am Rossberg» basieren auf derselben einfachen grafischen Vorlage, nämlich einem langen Anstieg mit kleinem Zwischenplateau, einem gedehnten Gipfelbereich und einem sehr raschen Abstieg. Diese Linie haben wir nun in zweierlei Konstellationen musikalisch ausformuliert:

«Dachs 2008» parodiert Börsenkurse auch schon im verfälschten Titel. Das vorrangig im Legato und kontinuierlich gedachte Stück drückt zunehmende Freude über den steigenden Reichtum aus, der in einem ekstatischen Geldrausch kulminiert, bevor die ganze Freude und ihre finanzielle Grundlage in sich zusammenbrechen. Fallende Münzen, das Werfen von Papiergeld usw. ergänzen das Spiel um eine szenische Komponente.

«Sisyphos am Rossberg» bewegt sich auf steinigem Gelände mit ruckartigen, in diskontinuierlichen Schüben. Jede Bewegung kostet große Kraft und immer wieder muss der Körper das Gewicht des unmenschlich schweren Felsbrockens abstützen. Der nahende Höhepunkt verspricht trügerisch Erlösung. Zu Beginn des Stückes ist das Niederrauschen des Felsbrockens zu hören.