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18.11.2018 : 18:12 : +0100

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Symphonie Fantastique

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Hector Berlioz

Der französische Komponist Hector Berlioz ( * 11.12.1803, † 08.03.1869) studierte bei Jean-Francois Le Sueur und Anton Reicha; er war in Paris Mittelpunkt eines romantischen Kreises (Victor Hugo, Alexandre Dumas, Honoré de Balzac, Eugène Delacroix u.a.). Frühzeitig erkannten Niccolò Paganini und Franz Liszt seine Bedeutung und 1830 erhielt er den renommierten Rom-Preis, doch konnte Berlioz seine wirtschaftliche Lage nur notdürftig durch schriftstellerische Arbeiten (Musikfeuilletons in verschiedenen Zeitungen) und eine Anstellung am Pariser Conservatoire (seit 1839 Konservator, seit 1850 Bibliothekar) sichern. Ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Österreich, Russland und England (1842?67) brachten seinen Werken nicht nur Anerkennung, sondern auch lebhaften Widerspruch. 1856 wurde Berlioz Mitglied des Institut de France.

Ausgehend von Christoph Willibald Gluck und Carl Maria von Weber, besonders aber von der Sinfonik Beethovens, war die größte Neuerung in Berlioz' Musik die bewusste Ausnutzung der Klangfarben der Orchesterinstrumente, sowohl in der Überdimensionierung der eingesetzten Mittel als auch in der Verfeinerung der Klangfarbenmischung. Grundlegend für die Instrumentierung blieb bis heute seine Instrumentationslehre von 1844. Anfänge einer Programmmusik, wie sie später von Liszt zum künstlerischen Prinzip erhoben wurde, sind bereits in seiner »Symphonie fantastique« zu erkennen. Das dem Werk beigefügte ausführliche Programm sollte, wie auch die programmatischen Überschriften zu den Sätzen späterer Werke, jedoch keine genaue Beschreibung der Musik wiedergeben, sondern lediglich das Verständnis seiner »dramatischen Sinfonien« erleichtern. Ein als »Idée fixe« bezeichnetes Erinnerungsmotiv (Leitmotiv) wurde hier erstmals von der Oper auf die Instrumentalmusik übertragen.

Werke:

Opern: Benvenuto Cellini (1838); Béatrice et Bénédict (1862); Les Troyens (1855?58, 2 Teile: La prise de Troie, UA 1899, und Les Troyens à Carthage, 1863).
Kantaten: Huit scènes de Faust (1829); La damnation de Faust (1846).
Geistliche Werke: Grande messe des morts (1837); Te Deum (1855); L'enfance du Christ (1854).

Orchesterwerke: Symphonie fantastique, épisode de la vie d'un artiste (1830); Harold en Italie (1834; Sinfonie mit konzertierender Viola); Roméo et Juliette (1839; dramatische Sinfonie mit Soli und Chören); Symphonie funèbre et triomphale (1840); Le carnaval romain (1844, Ouvertüre über Themen aus »Benvenuto Cellini«).

Wikipedia

Schott Music-Komponistenlexikon