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20.4.2019 : 10:19 : +0200

Konsonanz und Dissonanz

Das Verständnis von Konsonanz (lat. consonare = zusammen klingen) und Dissonanz (lat. dissonans = unharmonisch, verworren) hat sich im Laufe der Geschichte mehrfach verschoben.

Grundsätzlich hängt der Konsonanz- bzw. Dissonanzgrad eines Intervalls vom Schwingungsverhältnis der Intervalltöne und deren Anzahl an gemeinsamen Obertönen ab.

Je einfacher das Schwingungsverhältnis von zwei Tönen ist, desto mehr gemeinsame Obertöne verbinden sie und umso konsonanter wird das Intervall wahrgenommen.

Aus dem Schwingungsverhältnis und der Anzahl an übereinstimmenden Obertönen lässt sich folgende Konsonanz-Dissonanz-Ordnung ableiten:

[1.8.10. Quelle: Franz Näf: «Das Monochord» S. 95]

Im musikalischen Kontext hängt das Empfinden von Konsonanz und Dissonanz aber auch vom jeweiligen harmonischen Zusammenhang ab.

In der Harmonielehre werden konsonante Intervalle als in sich ruhend und nicht auflösungsbedürftig definiert. Hingegen erfordern dissonante Intervalle eine Weiterführung in eine Konsonanz.

Die reine Quarte z. B. zählt – für sich betrachtet – zu den vollkommenen Konsonanzen. Als Teil eines vierstimmigen Dur-Akkordes wirkt sie ebenfalls konsonant. Wird sie jedoch als (akkordfremder) Vorhalt in einen Dreiklang gesetzt, bildet sie eine Dissonanz. Sie muss deshalb in den akkordeigenen, und damit konsonanten Terzton weiter geführt werden, den sie zunächst vorenthält.

[1.8.11. Fahren Sie mit der Maus über das Notenbild, um die Quarten farbig zu sehen; per Mausklick können Sie die Harmonien auch hören.]

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