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17.11.2019 : 6:10 : +0100

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Rondo aus «Eine kleine Nachtmusik»]

Swedish Chamber Orchestra, Petter Sundkvist (Conductor)
Zur Verfügung gestellt von der NAXOS Music Library.

Glossar

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Mozart: Serenade

«Eine kleine Nachtmusik» K525

Die Serenade Eine kleine Nachtmusik in G-Dur KV 525 zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Werken Wolfgang Amadeus Mozarts und zu den volkstümlichsten Werken der «klassische» Musik überhaupt.

Es ist Mozarts letzter Beitrag zur Gattung der «Serenade», die ihn zeitweilig stark beansprucht hatte. Die Serenade KV 525 unterstreicht dann noch einmal und letztmalig die Auflösung und Überwindung des traditionellen instrumentalen Serenadentypus. Sie ist von einem Stil- und Kunstbewusstsein getragen, das «Anspruch auf einen festbestimmten und durchgehaltenen Charakter» erhebt, um in der Sprache der Zeit zu sprechen, und eine Geschlossenheit und Einheit der Gestaltung anstrebt, die von den Form- und Bildungsgesetzlichkeiten der Sinfonie und der Kammermusik her bestimmt werden.

War die frühere Serenade Mozarts dadurch gekennzeichnet, dass die Instrumentengruppen kontrastierend gegeneinander gesetzt oder gemischt wurden, was zu vielfältigen Klang- und Farbspannungen führte, so verzichtet Mozart in der Kleinen Nachtmusik gerade auf diese Spannungsdimension, um diesen Verzicht allerdings wettzumachen durch ein Höchstmaß an Differenziertheit der Gestaltung innerhalb des homogenen Streicherensembles. Mozart verwendet in der Kleinen Nachtmusik eben nur mehr Streicher und verzichtet auf die Bläser, an deren Verwendung ursprünglich die Serenade als Freiluftmusik engstens gebunden war.

Der sublime Klangcharakter dieses Werks bezeichnet treffend den Abstand vom Typus der «alten» Serenade, die als Gebrauchsmusik keine kompositorischen Raffinessen und Komplikationen enthalten durfte, da hierdurch nur der Unterhaltungscharakter geschmälert worden wäre.

Ungeachtet der nie in Zweifel gezogenen Vollendetheit gibt dieses Werk doch einige Rätsel auf. Wir wissen, dass die Kleine Nachtmusik 1787 komponiert wurde, also in dem Jahr, in dem der Vater starb und dann vor allem der Don Giovanni entstand. Den Anlass der Entstehung kennen wir allerdings nicht; ebenso wenig besitzen wir Anhaltspunkte darüber, ob und wann die Komposition zu Lebzeiten Mozarts aufgeführt wurde. Außerdem ist uns das Werk in einer Fassung überliefert, die mit Sicherheit nicht der ursprünglichen entspricht. Aus Mozarts eigenhändigem Werkverzeichnis, das Verzeichnis all meiner Werke, seiner sämtlichen Kompositionen ab Februar 1784 geht zweifelsfrei hervor, dass die Komposition in ihrer Originalversion fünf und nicht nur vier Sätze hatte. Unter dem Datum 10. August notierte Mozart: „Eine kleine NachtMusick, bestehend in einem Allegro. Menuett und Trio. – Romanze. Menuett und Trio, und Finale. – 2 violini, viola e bassi.“

Dieter Rexroth