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18.9.2019 : 13:26 : +0200

Naturtonreihe

Voraussetzungen: Notenschlüssel | Notennamen | Versetzungszeichen

Ein natürlicher, nicht synthetisch erzeugter Ton setzt sich aus einer Reihe von Teiltönen zusammen. Man unterscheidet zwischen dem Grundton, der dem Klang seinen Namen gibt, und den mitschwingenden Obertönen, die dem Klang die individuelle Klangfarbe verleihen.

Die Teiltöne, auch Partialtöne genannt, unterliegen einer von der Natur gegebenen Ordnung, der Naturtonreihe. Sie weichen deshalb teilweise von den heutzutage gewohnten Tonhöhen der gleichschwebenden Stimmung ab.

[1.7.1. Klicken Sie mit der Maus auf die Teiltöne, um sie zu hören.]

Die Obertöne eines Klanges werden in der Regel nicht als einzelne Töne wahrgenommen. Mit der Technik des Überblasens kann man aber einem Blasinstrument die Teiltöne des Grundtones entlocken, auf den das Instrument gestimmt ist.

Traditionelle Jagd- oder Post-Signale z. B. spielen mit den Tönen der Naturtonreihe, in der Regel mit dem dritten bis sechsten Teilton, in denen der Dur-Dreiklang enthalten ist. Denn das Signalhorn hat keine Ventile, die das Spielen anderer Töne ermöglichten.

[1.7.2. Klicken Sie mit der Maus auf die Noten, um das Hornsignal zu hören.]

Auch die Flageolett-Töne der Saiteninstrumente sind Obertonklänge. Sie können nur auf den Teiltönen der jeweiligen Saite (natürliches Flageolett) oder eines abgegriffenen Tones (künstliches Flageolett) erzeugt werden.

Die Naturtonreihe ist ein Phänomen, das elementare Gesetzmäßigkeiten von Klang in sich birgt:
Sie macht Klangfarbe begreifbar,
offenbart die Schwingungsverhältnisse der Intervalle,
begründet das Empfinden von Konsonanz und Dissonanz
und impliziert die Regeln für einen ausgewogenen Akkordaufbau.

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