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16.12.2018 : 13:53 : +0100

Tonleitern

Die tonale Musik des europäischen Abendlandes baut seit dem Mittelalter auf den Stufen von Tonleitern auf. Die Tonleitern stellen den Tonvorrat der Tonarten, aus dem sich die Melodien und Harmonien ableiten. Der erste Ton einer Tonleiter ist stets der Grundton der Tonart.

Alle Tonleitern bzw. Skalen werden in diesem Kapitel auf dem gleichen Grundton C dargestellt, damit man sie leicht vergleichen kann. Tonleitern können aber auch auf jedem anderen Ton stehen, denn nicht die absoluten Tonhöhen, sondern die Intervallfolge einer Skala legt fest, um welche Tonleiter und damit um welche Tonart es sich handelt.

Waren die Tonleitern in der Antike ursprünglich noch abwärts gerichtet, so werden sie seit dem frühen Mittelalter aufwärts dargestellt. Die Modi der mittelalterlichen Musik sowie seit dem 17. Jh. die Dur- und Moll-Tonleitern sind die Skalen, die die europäische Musik vor allem geprägt haben. Sie bestehen aus kleinen und großen Sekundschritten. Lediglich die harmonische Moll-Tonleiter enthält auch einen übermäßigen Sekundschritt.

Im 20. Jh. erfanden die Komponisten einige neue Tonsysteme, die teilweise auch anderen Organisationsprinzipien als dem Stufenprinzip folgen, wie z. B. die Angleichakkordik bei Claude Debussy, die Reihentechniken der Zwölftöner und Serialisten oder auch die Naturtonsysteme der Spektralisten. Von den neu entdeckten oder aus anderen Kulturkreisen übernommenen Skalen, die in der europäischen Musik des 20. Jh. eine wesentliche Rolle spielen, seien in diesem Kapitel die pentatonische Tonleiter, die Ganztonleiter, die Halbton-Ganztonleiter, die ungarischen Tonleitern sowie die Blues-Tonleiter dargestellt.

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