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22.8.2019 : 21:56 : +0200

Intervalle

Voraussetzungen: Notenschlüssel | Notennamen | Versetzungszeichen

Ein Ton an sich ist ein fazinierendes Phänomen, denn eine gleichschwebende Schwingung existiert in der akustischen Welt der Natur nur höchst selten.

Zu Musik wird ein Ton jedoch erst, wenn er in den Dialog mit einem zweiten Ton tritt. Erst durch die Bezogenheit auf andere Töne erfährt er seine «Musikalisierung»: er gewinnt musikalischen Ausdruck.

Ein Ton kann unterschiedlichste musikalische Aufgaben erfüllen. Die jeweilige Wirkung wird von Dauer, Dynamik, Klangfarbe und Artikulation des Tones selbst, ganz wesentlich aber auch durch sein melodisches und harmonisches Umfeld geprägt.

Die Wirkung des Tones c kann z. B. durch den Wechsel der ihn umgebenden Harmonien variieren:

[1.8.1. Klicken Sie auf die Akkorde um sie zu hören. Singen Sie jeweils den Ton c mit und erfahren Sie den Wirkungswechsel mit jedem neuen Akkord.]

Die Verwandlung eines Klanges durch den Wechsel der ihn umgebenden Klänge ist ein vielseitiges kompositorisches Mittel der Dur-Moll-tonalen Musik. Sie finden dazu einige Literaturbeispiele in den «Klangwelten».

Intervalle sind die Grundbausteine für Melodik und Harmonik. Sie sind aber auch die Maßeinheiten, die es dem Musiker ermöglichen, sich zuverlässig im unendlichen Raum der Tonhöhen zu orientieren.

So wie Musik relativ, d. h. immer aufeinander bezogen ist, so sind auch die musikalischen Maßeinheiten der Tonhöhen, die Intervalle relativ: Ein Intervall gibt nicht die Frequenz eines Tones an, sondern unabhängig von der absoluten Tonhöhe sein Schwingungsverhältnis in Bezug auf einen zweiten Ton. Mit Hilfe der Intervalle kann man alle Schwingungsverhältnisse zwischen den zwölf Halbtönen des abendländischen Tonsystems erhören und benennen.

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