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21.8.2017 : 8:41 : +0200

short music story

Musiker im Exil

Glossar

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Hanns Eisler

Am 6. Juli 1898 in Leipzig als Sohn des Wiener Philosophen Rudolf Eisler und der Ida Maria Eisler, geb. Fuchs, wuchs er in bildungsbürgerlichen, jedoch, wie er selbst schreibt, in sehr dürftigen Verhältnissen auf. Im Geburtenregister ist sein Vorname als Johannes eingetragen. Eisler selbst nannte sich später Hanns.
Ungeachtet dessen, dass Eisler in Leipzig geboren wurde und dort die ersten drei Jahre seines Lebens verbrachte und später viele Jahre in Deutschland sowie in den USA lebte, fühlte und bezeichnete sich Eisler durch seine Schulzeit und Ausbildung in den folgenden Jahren in Wien als Österreicher und Wiener.
Eisler studierte von 1919-23 bei Arnold Schönberg und Anton Webern in Wien und lebte von 1924 an in Berlin. 1933 ging er über Österreich, Dänemark und Spanien in die Emigration nach USA, wo er sich 1938-1948  niederließ. Dort wirkte er u. a. als Lehrer für Komposition an der New School for Social Research in New York und an der University of Southern California in Los Angeles. 1948 kehrte er nach Europa (zunächst Wien) zurück und wurde 1950 dann endgültig in Berlin sesshaft.
Eisler gilt neben Alban Berg und Anton Webern als einer der bedeutendsten Schüler von Arnold Schönberg (1919-1924) und wird, trotz zeitweiliger inhaltlicher Differenzen zu seinem Lehrer, der Zweiten Wiener Schule zugerechnet. Eisler war politisch und künstlerisch gesehen Bertolt Brechts engster Weggefährte, mit dem er von Ende der 1929er-Jahre bis zu dessen Tod persönlich und musikalisch eng verbunden war. Einige seiner bekanntesten Werke hat er gemeinsam mit Brecht geschaffen. Eisler schrieb während des Exils in den USA (1938-1948 ) gemeinsam mit Theodor W. Adorno 1947 ein Standardwerk über Filmmusik Komposition für den Film.
Gegen ihn und seinen Bruder Gerhart Eisler wurden 1947 die ersten beiden Verfahren vor dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten nach dem Krieg durchgeführt. Dies führte zur Ausweisung Hanns Eislers und der Rückkehr über Prag zuerst nach Wien und weiter nach Berlin (1950).
Er ist der Komponist der DDR-Hymne, wofür er den Nationalpreis erster Klasse erhielt. Das Verhältnis der DDR-Staatsführung zu Eisler verlief trotz seines hohen Ansehens wechselhaft. Eisler war bis zu seinem Lebensende österreichischer Staatsbürger. Er lebte bis zu seinem Tod in Ostberlin, wo er die Meisterklasse für Komposition an der Hochschule für Musik bis zu seinem Ableben am 6. September 1962 leitete. Sie trägt heute seinen Namen.
Eisler hinterließ bedeutende Klavier- und Orchesterwerke, eine Reihe kammermusikalischer Kompositionen, zahlreiche Bühnen- und Filmmusiken sowie über 500 Lieder, die vom Arbeiterlied bis zum zwölftönig komponierten Kunstlied reichen.