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16.12.2018 : 13:43 : +0100

Rhythmus

Mit Rhythmus bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch den Wechsel von Spannung und Entspannung. Man spricht vom Herzrhythmus, vom Rhythmus der Gezeiten, vom Tages- oder Arbeitsrhythmus, aber auch vom Rhythmus eines Gemäldes. Übertragen auf die Terminologie der Musiktheorie wäre hier jedoch eher der Begriff «Metrum» angemessen. Denn in der Musik gibt es eine klare Differenzierung zwischen Metrum und Rhythmus: Das Metrum ist das regelmäßige Wechselspiel von Impuls und Auflösung, von schwer und leicht (undefinedvgl. auch das Kapitel zu Metrum). Der Rhythmus aber gliedert das Metrum in flexibel wechselnde kürzere und längere Tondauern. Er kann dem Metrum entsprechen und die Schwerpunkte des Metrums hervorheben, aber auch bewusst gegen das Metrum gesetzt sein. Musikalischer Rhythmus vollzieht sich also traditionell auf der Basis eines Metrums. 

Das spannungsvolle Mit- und Gegeneinander von Rhythmus und Metrum ist spätestens seit dem 18. Jh. ein wesentliches kompositorisches Gestaltungsmittel. Ludwig v. Beethoven z. B. hatte eine Vorliebe dafür, die metrischen Verhältnisse durch rhythmische Akzente auf unbetonten Zählzeiten und Synkopen zu verschieben (im folgenden Beispiel durch sfp bzw. sf angezeigt).

[1.9. aus L.v. Beethoven, Klaviersonate op. 54 F-Dur, Allegretto (Anton Kuerti) | mit freundlicher Genehmigung von NAXOS]

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