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24.2.2019 : 3:55 : +0100

Hemiole

Eine Hemiole bewirkt für einen kurzen Moment einen metrischen Wechsel. In ihr werden die Rhythmen und Harmoniewechsel so gesetzt, dass aus zweimal drei Schlägen ein so genannter «großer Dreier» wird, also in der Takt-gebundenen Musik z. B. aus zwei 3/4-Takten ein 3/2-Takt oder aus einem 6/8-Takt ein 3/4-Takt, ohne dass allerdings im Notenbild die Taktart geändert wird.

[1.6.3. aus J.S. BACH, Sonate D-Dur für Viola da gamba, Allegro (Alison Crum, Laurence Cummings) | mit freundlicher Genehmigung von NAXOS]

In der modalen Musik der Renaissance wie auch in der Dur-Moll-tonalen Musik des Barock war die Hemiole ein standardisiertes Mittel zur Bekräftigung von Schlusswirkungen, denn die metrische Vergrößerung, die mit der Hemiole einher geht, hat im Kontext einer Schlussbildung eine ritardierende Wirkung. Hemiolen sind allerdings nicht an die Musik des 15.-18. Jh. gebunden, sondern werden u. a. auch als ein Mittel der metrischen Verschleierung bis heute in taktbezogener Musik eingesetzt.

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