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19.10.2019 : 12:45 : +0200

Charakteristik der Modi

Wenn man die Modi – wohlgemerkt musikgeschichtlich zurückblickend – durch ihre Abweichungen von den Dur- und Moll-Tonleitern begreift, kann man sich den Intervallaufbau der Skalen leicht einprägen, ohne dass man sämtliche Halbton- und Ganztonschritte auswendig lernen müsste, und lernt zugleich die besonderen, d. h. die jeweilige Skala charakterisierenden Stufen kennen.

Drei Skalen enthalten auf der dritten Stufe die (große) Dur-Terz, die anderen die (kleine) Moll-Terz. Man kann also jedem Modus eine Dur- oder Moll-Charakteristik zuordnen.

Dur-Charakteristik:
– Ionisch entspricht Dur
– Lydisch entspricht Dur mit erhöhter 4. Stufe (Tritonus)
– Mixolydisch entspricht Dur mit erniedrigter 7. Stufe (ohne Leitton)

Moll-Charakteristik:
– Aeolisch entspricht Moll
– Dorisch entspricht Moll mit erhöhter 6. Stufe («dorische Sexte»)
– Phrygisch entspricht Moll mit erniedrigter 2. Stufe («phrygische Sekunde»)
– Lokrisch entspricht Moll mit erniedrigter 2. und 5. Stufe

Lokrisch von Moll abzuleiten erscheint zwar durch die Moll-Terz auf der 3. Stufe gerechtfertigt, ist allerdings wegen der erniedrigten 5. Stufe problematisch, denn der leitereigene Dreiklang auf der 1. Stufe, und damit der Grundakkord der Tonart «Lokrisch», ist kein Moll-Akkord, sondern ein verminderter Akkord.