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25.2.2017 : 8:06 : +0100
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Glossar

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Der Rhythmus

«Intuition und Ordnung»

Rhythmus ist ein Puls, der uns täglich umgibt. Er stellt eine Art Regelwerk dar, das uns jedoch nicht in ein Maß zwingt, sondern Energie freisetzt und ein lebendiges Gestalten möglich macht. Unser tägliches Leben ist, teils unbemerkt, von verschiedensten Rhythmen beeinflusst. Nicht umsonst spricht man vom „Rhythmus des Lebens“, der dieses regelt und dem Alltag eine Struktur verleiht. Den Begriff Rhythmus bringen wir – neben dem Bezug zur Musik – häufig mit vielerlei Ausdrücken in eine direkte Verbindung: Wir sprechen z. B. vom Rhythmus der Gezeiten, dem Rhythmus der Jahreszeiten oder auch dem Rhythmus der Großstadt.
Rhythmus kann als elementarste Form des musikalischen Ausdrucks verstanden werden. Er bildet in nahezu allen musikalischen Gattungen das Fundament. Die ersten Grundrhythmen lassen sich überall auf der Welt in den Bewegungsabläufen körperlicher Arbeit wiederfinden. Aber auch die Sprache und ihr Klang beinhalten viel rhythmisches Potenzial. Bereits im 13. Jahrhundert wurde in der mittelalterlichen Kirchenmusik Europas begonnen, die Tonlänge nach bestimmten Zahlenverhältnissen festzulegen und sie mit Mensurzeichen zu notieren, nach dem lateinischen mensura, was soviel wie „das Maß“ bedeutet. Diese Notation bildete den Grundstein für die Noten, wie wir sie heute kennen. Seit dem 16. Jahrhundert wurde der Rhythmus durch den Takt geordnet. Er war zu dieser Zeit häufig auch durch bestimmte Tanzformen geprägt, wie zum Beispiel das Menuett. In der Barockzeit waren Tanzsuiten beliebte musikalische Gattungen. Auch heute noch gilt der Tanz als eine der unmittelbarsten Ausdrucksformen von Rhythmus.
Die erste Begegnung mit dem Rhythmus haben wir bereits vor der Geburt: Wir nehmen den Herzschlag der Mutter im Mutterleib wahr. Schon sofort nach der Geburt werden Laute von Mutter und Kind wechselseitig imitiert, wodurch ein lautlich intensives Kommunizieren ganze Dialoge entstehen lässt. Die musikalischen, also die rhyth- mischen und melodischen Merkmale treten hierbei stärker hervor als es die sprachlichen tun. Ein Rhythmusverständnis entwickelt sich so schon im Säuglingsalter. Bekommt ein Kind in den ersten Lebensjahren bestimmte Rhythmen und Melodien vorgesungen, so sind sie prägend für das ganze Leben des Kindes.
Aus der Sicht der Musikpädagogik ist dem Thema Rhythmus ein hoher Stellenwert zuzuschreiben, da es beim gemeinsamen Musizieren möglich ist, sich auf die rhythmische Ebene zu konzentrieren. Im Sinne einer didaktischen Reduktion kann somit die melodische und harmonische Ebene ausgeblendet werden.

Autorin der Sendung: Christine Geringer
Autor der Materialien: Clemens Schneider

Arbeitsmaterialien zur SMS-Sendung für die Klassenstufen 7-10