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14.11.2019 : 4:47 : +0100

Kennenlernen & Warming-Ups

Zum ersten Kennenlernen und musikalischen Aufwärmen bieten sich folgende, bereits bewährte und möglicherweise schon bekannte Übungen an:

Körper wecken

Diese Übung kann sowohl als warming up als auch bereits für erste Körperklangversuche verwendet werden. Angefangen am Scheitel über das Gesicht bis zu den Fußspitzen klopft sich jeder mit zwei Händen behutsam ab. An weniger empfindlichen Stellen (Schultern,  Beine,...) darf es ruhig etwas stärker sein, das Klopfen kann zum schnellen Tremolieren werden. Die Spielleiterin lenkt die Bewegungsrichtung, sodass alle SpielerInnen die gleichen Körperstellen klopfen. Von den Fußspitzen geht es wieder nach oben, diesmal auf der Körperrückseite.

Sobald das Klopfen den Brustkorb, bzw. Rücken erreicht, soll mit geöffnetem Mund ein kräftiger Ton gesungen werden. Alle drehen sich nach rechts und haben somit die Rückseite ihres Kreisnachbarn vor sich. Jede Spielerin klopft  die vor sich stehende Mitspielerin und wird zugleich von der hinter ihr stehenden geklopft. Neben dem Hinweis, auf sich selbst und den anderen stets aufzupassen, soll die Aufmerksamkeit auch auf den Klang gelenkt werden, der sich je nach Körperpartie verändert. Als Variante können z.B. Brust- Knie-, Rücken- oder Fußgekelenkklopfgruppen gebildet werden, die auf das Zeichen einer aus der Gruppe gewählten Dirigentin reagieren. Dabei können, je nach Fantasie der SpielerInnen, bereits kleine Stücke entstehen.

Klangdieb

Die SpielerInnen stehen im Kreis. Ein Spieler schickt nach rechts ein ausdrucksstarkes erschrecktes «Huch» des Klangdiebes, der gerade auf frischer Tat ertappt wurde. Der Laut setzt sich als Kettenreaktion durch den ganzen Kreis fort. Kurz danach schickt der gleiche Spieler ein triumphierendes «Ha!» des Klangpolizisten in gleicher Weise sich fortsetzend hinter dem Klangdieb her und die SpielerInnen im Kreis versuchen nun, die beiden gegensätzlichen Laute so schnell im Kreis herumzuschicken, dass es dem Polizisten fast gelingt, den Dieb einzuholen.

Eine Variante ist es, die beiden Laute von einem Spieler aus in die entgegen gesetzte Richtung zu schicken, sodass sie sich möglicherweise in einem Spieler treffen und wieder aneinander vorbei rennen. Hier kommt es auf Reaktionsschnelle an und man sollte darauf achten, dass die unterschiedlichen Klänge sehr differenziert hervorgebracht werden, was man vor dem Kreisspiel mit der Gruppe auch zunächst statisch üben kann.

Mo – Ni – Ka (nach einer Idee von Radim Vlcek)

Den drei Silben werden verschiedene Klänge, Körperhaltungen und Energien zugeordnet: Mo – wird mit sehr tiefer Bruststimme lang gezogen gesprochen und dazu eine umfängliche, mächtige Körperhaltung eingenommen, man geht dabei in die Knie und scheint ein Fass zu umarmen. Ni – spricht man sehr hoch, fast gequetscht mit Kopfstimme, dabei zieht man den Körper pfeilartig gestreckt nach oben, auf den Zehenspitzen stehend. Ka - wird sehr knapp, energiegeladen offen nach vorne gesprochen, dazu geht man leicht in die Knie und ballt die Fäuste mit angewinkelten Armen in Angriffs- oder Siegerpose. Zunächst probieren alle diese drei Silben gemeinsam in der richtigen Reihenfolge. Dann sucht sich jeder eine Silbe aus und bewegt sich diese dabei ständig wiederholend in der entsprechenden Körpergestalt durch den Raum. Dabei darf er immer wieder mit anderen ihm begegnenden Silbenträgern zusammentreffen und in seiner Silbensprache kommunizieren. So können sich Trios oder Quartette bilden. Diese Formationen sollen sich dann als Ensemble solistisch der ganzen Gruppe präsentieren.

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