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23.6.2017 : 19:26 : +0200
Glossar

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Mili Balakirew

Mili Balakirew wurde am 21.12.1836 in Nischni Nowgorod (Gorki) als Sohn eines Beamten und einer Pianistin geboren. Um 1850 lernte er den musikinteressierten Alexander Ulybyschew kennen, der ihn als Pianisten und Dirigenten engagierte. Mit ihm ging er 1855 nach Sankt Petersburg und begegnete Michail Glinka und dessen Vision einer nationalen russischen Musik. Dieses Erlebnis prägte seine weiteren musikalischen Ziele und er wandte sich unter Verwendung russischer Lieder und Tänze, aber auch orientalischer Musikfragmente der Schaffung eines nationalen russischen Musikstils zu. Nach und nach lernte er die späteren Mitglieder des „mächtigen Häufleins“ kennen und schloss sich mit ihnen zusammen, um aus der Musik in Russland eine wirklich „russische Musik“ zu gestalten und dabei westliche Einflüsse nach Möglichkeit auszuschalten. Dazu diente auch die Gründung der „Musikalischen Freischule“, die er zeitweise auch leitete. Daneben unternahm er Reisen durch den Kaukasus und die Wolgaregion, um Volkslieder zu sammeln und kümmerte sich vor allem um die Förderung der anderen Gruppenmitglieder des „mächtigen Häufleins“. Am 16.5.1910 starb er in St. Petersburg und hinterließ eine Reihe von Orchesterwerken, wie die sinfonischen Dichtungen „Rossija (Russia)“ und „Tamara“, in denen er russische und orientalische Volksliedthemen verarbeitete. Außerdem schrieb er eine Kantate zum 100. Geburtstag von Michail Glinka und veröffentlichte Sammlungen russischer Volkslieder, die er teilweise mit Klavierbegleitung ausstattete. Obwohl er eine große Bedeutung bei der Entwicklung der nationalen russischen Musik hat, werden seine Kompositionen heute kaum noch aufgeführt.