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30.5.2017 : 14:56 : +0200
Glossar

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César Cui

César Cui wurde am 18.01.1835 in Vilnius (Litauen) als Sohn eines französischen Offiziers und einer Litauerin geboren. Schon früh zeigte er Interesse an der Musik und erhielt Musikunterricht. Mit 16 Jahren begann er zunächst an der St. Petersburger Ingenieurschule und später an der dortigen Militärischen Ingenieursakademie eine Ausbildung zum Ingenieur. Trotz seiner Militärkarriere befasste er sich weiterhin mit Musik, begegnete 1856 Mili Balakirew und bildete mit ihm zusammen den Grundstein des so genannten „mächtigen Häufleins“. César Cui war vor allem als Musikkritiker bekannt und vertrat in dieser Eigenschaft die Interessen seiner Gruppe. Er selbst  verwendete in seinen Kompositionen nur selten russische Elemente da er den Sinn für russische Musik nach eigener Aussage - durch seine halb französische und halb litauische Abstammung bedingt - nicht in seinen Adern habe. Die Vorlagen für seine Opern waren bis auf die erste Oper „Der Gefangene im Kaukasus“ alle ausländisch und auch in seinen anderen Kompositionen fehlte das nationale Element oft völlig. Später wandte er sich vom „mächtigen Häuflein“ ab und schrieb teilweise sogar schlechte Kritiken über seine ehemaligen Gefährten. Ab 1880 wandte sich César Cui vor allem französischen Opernstoffen zu und prägte damit das Bild der französischen Gesellschaft von russischer Musik. Einige Jahre vor seinem Tod erblindete er  und lebte als eine Art „lebende Legende“ als letzter Überlebender der „Gruppe der Fünf“. Am 26.3.1918 starb er in St. Petersburg und ist als Komponist heute weitgehend unbekannt.