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23.6.2017 : 19:23 : +0200

Heinrich Schütz

Heinrich Schütz (* 1585 in Köstritz, † 1672 in Dresden), mit lateinischem Namen Henricus Sagittarius, gilt als der «allerbeste teutsche Komponist» in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seine Zeitgenossen bezeichneten ihn als «Vater unserer modernen Musik».
Landgraf Moritz von Hessen begegnet dem 13-jährigen Schütz und fördert den musikalisch Hochbegabten. Er führt ihn als Sängerknabe in die Hofkapelle ein und finanziert ihm schließlich eine Ausbildung zum Komponisten und Organisten in Venedig bei Giovanni Gabrieli. Hier lernt Schütz den venezianischen Stil und moderne Satztechniken, die Mehrchörigkeit und den Generalbass kennen. Nach seiner Rückkehr wird er Hoforganist in Kassel, 1617 Kapellmeister am Hof des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen in Dresden. Dort komponiert er, zur Hochzeit der ältesten Tochter des Kurfürsten, die erste deutsche Oper. «Daphne» sowie die meisten weltlichen Werke von Schütz sind jedoch verloren gegangen.
Mit dem Ausbruch des 30-jährigen Kriegs 1618 bricht auch das kulturelle Leben zusammen, es herrschen wirtschaftliche Not und Elend, der Bestand der Hofkapelle ist in Gefahr. Schütz entzieht sich dem zeitweise durch Reisen – nochmals nach Italien, wo er Claudio Monteverdi begegnet – und Aufenthalte an anderen deutschen Fürstenhöfen, und er wird königlicher Kapellmeister in Kopenhagen (1633-1635). Am Ende des Kriegs kehrt er nach Dresden zurück, bittet aber bald um seine Pensionierung, die er erst als 66-Jähriger bewilligt bekommt.
Die Bedeutung von Schütz beruht in der besonderen Art, wie er in seinen Werken die in Deutschland damals übliche Mehrstimmigkeit mit dem neuen konzertierenden Stil Italiens und dem Generalbass verbunden hat. Sein künstlerisches Anliegen war es, seine Musik, deren religiöser Kern unverkennbar ist, in den Dienst der Textauslegung zu stellen, oft von Bibeltexten in der deutschen Luther-Übersetzung.

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