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10.12.2018 : 16:51 : +0100

Márton Illés – Biografie

Geboren am 12. Dezember 1975 in Budapest, erhielt Márton Illés zunächst eine musikalische Grundausbildung in den Fächern Klavier, Komposition und Schlagzeug in dem ungarischen Städtchen Györ. 1993, noch vor seinem Studium, wurde ihm der erste Preis beim Klavierwettbewerb «Rencontres Musicales de la Venoge» in Lausanne verliehen. Ab 1994 studierte er an der Musik-Akademie in Basel Klavier (bei László Gyimesi, Solistendiplom 1998) und Komposition bei Detlev Müller-Siemens (bis 2001). Von 2001 bis 2005 setzte er seine Studien in Karlsruhe bei Michael Reudenbach (Musiktheorie), Thomas A. Troge (elektroakustische Komposition) und Wolfgang Rihm (Komposition) fort. Gerade Rihm war es, der Illés motivierte, sich stets selbst zu hinterfragen und im Dickicht zeitgenössischen Komponierens konsequent eigenen Wegen nachzuspüren. Meisterkurse, etwa bei Karl-Heinz Kämmerling, György Kurtág und György Ligeti, ergänzten seine Ausbildung. 2004 nahm er am ersten Internationalen Kompositionsseminar des Ensemble Modern in Frankfurt/Main 2004. Seit 2005 lehrt Illés selbst als Dozent für Musiktheorie an der Karlsruher Musikhochschule. 

Zu seinen wichtigsten Preisen und Auszeichnungen gehören der Christoph und Stephan Kaske Preis (2005), der Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung sowie der Schneider-Schott-Preis und der Paul-Hindemith-Preis (alle 2008). Kompositionsaufträge bekam er etwa vom Klangspuren-Festival Schwaz, den Kasseler Musiktagen, dem Thüringer Landestheater Rudolstadt, dem WDR (Wittener Tage für neue Kammermusik), der Münchener Biennale, den Haydn Festspielen Eisenstadt und für das «Into»-Projekt von Ensemble Modern und Siemens Arts Program. 

2007 gründete Márton Illés in Karlsruhe das Ensemble «Scene polidimensionali», das seine Werke unter seiner Mitwirkung als Pianist und Dirigent in dramaturgisch streng durchgestalteten quasi-szenischen Konzerten aufführt. 2009 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom; seit diesem Jahr erscheinen seine Werke im Verlag Breitkopf & Härtel. 2010 wurde sein Musiktheaterwerk Scene polidimensionali XVII «Die weiße Fürstin» (nach Rilke) im Rahmen der Münchener Biennale uraufgeführt. 2011 erhielt er ein Stipendium der Villa Concordia Bamberg, und die Musikhochschule Würzburg erteilte ihm einen Lehrauftrag. Eine Portrait-CD von Márton Illés in der Reihe «Edition Zeitgenössische Musik» des Deutschen Musikrats ist im Juni 2012 erschienen. 

Egbert Hiller

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