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24.3.2017 : 3:01 : +0100

Interview Annesley Black

[Marion Saxer im Gespräch mit der Komponistin Annesley Black. Bild einmal klicken, um Video zu starten. Clipdauer: 32'20'']


Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz sowie durch Villa Musica Rheinland-Pfalz. 

Annesley Black – «Smooche de la Rooche II» & «Flowers of Carnage»

Erstmals dokumentiert «Abenteuer Neue Musik» zwei unterschiedliche Vermittlungsprojekte zu zwei verschiedenen Kompositionen einer Komponistin: Annesley Black.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Beide Stücke zeichnen sich in besonderer Weise durch charakteristische Elemente des Schaffens von Annesley Black aus. Dazu zählt vor allem die Bedeutung von Bewegung bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sport auf der einen Seite sowie die Inspiration durch visuelle Eindrücke auf der anderen. Beide Aspekte, Visuelles und Bewegung, sowie deren Koppelung mit Musik spielen für Blacks Komponieren eine herausragende Rolle.

Allerdings begegnen einem die genannten Merkmale in «Smooche de la Rooche II» und «Flowers of Carnage» auf durchaus unterschiedliche Weise. «Smooche de la Rooche II» ist eigentlich ein Stück Kammermusik mit szenischen Elementen, während «Flowers of Carnage» fraglos als ein Werk modernen Musiktheaters anzusehen ist. Während aber «Smooche de la Rooche II» mit den Erwartungen des Publikums wie der Interpreten spielt und auch für den typischen hintersinnigen Humor der Komponistin stehen kann, widmet sich «Flowers of Carnage» dem sehr ernsten und aktuellen Thema Gewalt, seiner medialen Darstellung und den Möglichkeiten der musikalischen Auseinandersetzung mit ihm.

Die beiden Vermittlungsprojekte zu den Kompositionen von Annesley Black richteten sich an höchst unterschiedliche Zielgruppen bzw. Schulformen. Das Projekt zu «Smooche de la Rooche II» entstand in Zusammenarbeit mit der Friedensgrundschule in Trossingen, das Projekt zu «Flowers of Carnage» am Leininger Gymnasium in Grünstadt. Hier waren die Schüler am Entstehungsprozess des Stückes direkt beteiligt, konnten der Komponistin also gewissermaßen über die Schulter blicken, und brachten das neue Werk später auch zur Aufführung. «Smooche de la Rooche II» dagegen lag bei Beginn des Projektes in Trossingen als Referenzwerk bereits vor. Der Schulform entsprechend, konnte es dabei weniger um analytische Erkenntnisse gehen. Vielmehr diente «Smooche de la Rooche II» als Ausgangspunkt und Folie nicht nur für eine Annäherung sowohl an dieses Stück, sondern an Praktiken der Formung von Musikwerken und speziell der Neuen Musik generell. Dabei entstand wiederum ein neues, eigenes Stück der Schüler, das Elemente des Referenzwerkes aufgreift, sich von diesen inspirieren lässt und sie weiterentwickelt.

Die Projektdokumentation mit zwei Werken einer Komponistin erlaubt damit nicht nur, einen charakteristischen, aber etwas breiteren Ausschnitt und damit verschiedene Facetten aus deren Œuvre abzubilden. Es lassen sich auch unterschiedliche Zugänge zu den einzelnen Werken und zu Neuer Musik insgesamt gegeneinander stellen, vom kreativen Nachvollzug des Kompositionsprozesses bis zur Arbeit mit charakteristischen Elementen des Referenzwerkes in einem neuen Musikstück. Hier wie dort geht es nicht zuletzt darum, Verständnis für (zunächst) fremde Klänge und ungewohnte musikalische Abläufe und Arbeitsweisen zu wecken. Damit werden nicht nur Zugänge zu Neuer Musik geschaffen, sondern es wird auch die Freude an der Entdeckung von Neuem und bislang Unbekanntem insgesamt geweckt.

Beide Vermittlungskonzepte können wie bisher übernommen und nachvollzogen werden. Die verschiedenen Übungen und Herangehensweisen an die Kompositionen von Annesley Black können aber auch als Anregung für eigene Unterrichtskonzepte auch für andere Werke der Neuen Musik genutzt werden.

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