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13.12.2018 : 12:28 : +0100


Interview: Silke Egeler-Wittmann

Die Musiklehrerin Silke Egeler-Wittmann zu der Komposition und der Umsetzung in der Klasse.


Übersicht:

  • 00:00 Die Idee
  • 00:58 Das Stück
  • 01:28 Die Klasse
  • 02:07 Die erste Begegnung
  • 04:01 Neues entdecken
  • 05:28 Die Herausforderung
  • 07:31 Die Umsetzung
  • 09:39 Die Empfehlung
  • 11:18 Die Nachbereitung

Einführung in das Unterrichtsprojekt

Die Sichtbarkeit und das Sichtbarmachen von Klängen stehen im Mittelpunkt dieses Projektes, bei dem, ausgehend und angeregt durch Simon Steen-Andersens Arbeiten, in ähnlicher Weise verfahren werden soll wie es der Komponist in seiner Kompositionsreihe Run Time Error präsentiert: Die jeweilige Performance ist immer auf einen bestimmten Ort bezogen – wie im hier vorliegenden Video auf die Räumlichkeiten einer Kopenhagener Galerie – und funktioniert nach selbst auferlegten strengen Regeln:

Es dürfen nur Objekte und Instrumente verwendet werden, die vor Ort sind.

Jedes Objekt oder Instrument darf nur einmal verwendet werden.

Jeder Klang und jede Aktion muss einen unmittelbaren Bezug zum/zur vorangegangenen bzw. nachfolgenden Klang/Aktion haben.

Als Zuschauer macht man die Erfahrung, dass man nach der Beschäftigung mit Run Time Error den Raum, der einen umgibt und die darin enthaltenen Gegenstände neu wahrnimmt, man fragt sich, wie etwas klingen könnte und spürt den Impuls den Heizkörper, die Lampe, die Schranktür oder anderes anzufassen, darauf zu klopfen und klanglich zu erforschen.

Die Wahrnehmung wird erweitert, die Sinne geschärft für das, was einen umgibt, auch wenn es vermeintlich unbedeutende Alltagsgegenstände sind, denn sie bekommen hier eine neue Bedeutung, da sie in einen musikalisch gestalteten Zusammenhang gebracht werden. Simon Steen-Andersen erzählt in einem Interview von der Lust am Basteln, die er als Kind hatte und die er heute auf das Basteln mit Klängen überträgt. All das macht Run Time Error zum geradezu idealen Stück für Kinder und Jugendliche: Es spricht ihre Lust am spielerischen Entdecken und Experimentieren an, bezieht sich auf den sie umgebenden Raum, das Schulhaus, und ermöglicht ihnen eine ganz neue Wahrnehmung und Auseinandersetzung damit.

Gleichzeitig ist aber die Strenge dieses selbstbeschränkenden Konzeptes auch gut fassbar und wirkt der Beliebigkeit entgegen. Es fordert dazu auf, einen klaren Ablauf – den Parcours – minutiös zu planen, vorzubereiten und umzusetzen und hat den Vorteil, dass es klar produktorientiert ist: Man hat am Ende ein Video von der eigenen Komposition und Performance.

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