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22.9.2019 : 3:38 : +0200

Einstieg in die Gestaltung von Parcours (Stunde 6-7)

Die hier vorgestellten Übungen und Konzepte gehen bereits sehr konkret auf die daran anschließende Produktion der Run Time Error-Videos ein, indem sie die Frage der formalen Gestaltung von Abläufen beim Erstellen eines Klang-Parcours aufgreifen und trainieren.


Übung/Warm up: Raum-Musik

Jeder sucht sich in einem Raum/ im Klassenzimmer einen Gegenstand/ eine Stelle, an der er einen Klang erzeugen kann – mit den Händen oder einem Schlägel o.ä. Je nach Gruppenstärke hat jeder nur 1 - 2 Einsätze innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes. Der Spielleiter zeigt den zeitlichen Verlauf/ die Dauer mit der «Cage-Uhr» an («Cage-Uhr»: Mit einem ausgestreckten Arm imitiert man einen Zeiger auf einem imaginären Zifferblatt und bewegt diesen gleichmäßig während eines bestimmten Zeitraums, z.B. 1 - 2 Minuten, im Kreis. So können sich die Spieler optisch orientieren und ihren Einsatz zeitlich einordnen. Da jeder individuell ohne vorherige Absprache für sich seine Einsätze – quasi seine bestimmte „Einsatzuhrzeit“ – festlegt, erfolgen diese aleatorisch; daher auch die Namensgebung unter Bezug auf den amerikanischen Komponisten John Cage).

Variante: Die Spieler im Raum bilden eine bestimmte Reihenfolge/ Phrase (z.B. 5 - 8 Spieler), diese wird «gesampelt», also wie eine bestimmte Melodie wiederholt. Mehrere Phrasen wechseln sich ab oder überlagern sich, werden in unterschiedlichen Geschwindigkeiten abgespielt, bekommen «Hänger» (Was mit einem «Hänger» gemeint ist, sollte vorher erläutert werden: Die permanente Wiederholung einer bestimmten kurzen Klang-/Bewegungssituation, die Stagnation der Phrase an einer bestimmten Stelle). Wer in einer Phrase den «Hänger» spielt, sollte vorher verabredet werden. Der  «Hänger» Spieler entscheidet individuell, wie oft er wiederholt und wann er den Impuls zur Fortsetzung der Klangphrase an den nächsten Spieler gibt. Weitere Möglichkeiten zur Variierung der Phrasen können ein Wechsel des Klangverlaufs sein (Richtungswechsel, rückwärts gespielt - «Krebs») oder die Änderung des Tempos (gesteigert oder verlangsamt).
[siehe Video rechts]


Gruppenarbeit mit Präsentation: Übungsparcours entwickeln

Material: Flaschen, Dosen, Papier , Flummis, Lineal/Mikado, alte Computertastatur. Die drei Gruppen sollen hierbei schon im Hinblick auf die spätere Videoproduktion festgelegt werden, also muss man darauf achten, dass schon jetzt jeweils ein Technik-Team (Bild und Ton) dabei ist. Hierbei kommt es darauf an, mit verhältnismäßig wenigen Materialien einen kurzen Parcours vorzubereiten, bei dem die zweite und dritte Regel angewendet werden müssen. Die Regeln werden vorher besprochen und gemeinsam überlegt, wodurch man Übergänge und Bezüge zwischen den verschiedenen Materialien herstellen kann: z.B. durch ähnliche Klangerzeugung oder Aktionen mit den Gegenständen. Diese strenge Vorgehensweise wird hierbei eingeübt und bei der anschließenden Präsentation von den Mitgliedern der anderen Gruppen überprüft.

Zur Erinnerung:
Es dürfen nur Objekte und Instrumente verwendet werden, die vor Ort sind.

Jedes Objekt oder Instrument darf nur einmal verwendet werden (siehe auch die Anmerkung dazu auf der undefinedSeite «eigene Parcours»).

Jeder Klang und jede Aktion muss einen unmittelbaren Bezug zum/zur vorangegangenen bzw. nachfolgenden Klang/Aktion haben.

Beim Ausführen des Parcours sollen mehrere Durchgänge ausgeführt werden, immer von jeweils einem anderen Spieler. Dabei sollen außerdem verschiedene Tempi ausprobiert werden. Berücksichtigt werden soll auch, wo und wie weit voneinander entfernt die Gegenstände stehen und was man macht, um den Klang zu erzeugen. Sind die Klänge zart, laut schrill, kurz oder lang?
[siehe Video rechts]