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24.3.2017 : 3:05 : +0100
Glossar

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Jean Cocteau

(* 5. Juli 1889 in Maisons-Lafitte, + 11. Oktober 1963 in Milly bei Paris)
frz. Schriftsteller, Maler und Filmregisseur gilt als Universaltalent, war Lyriker, Dramatiker, Romancier, Essayist, Maler, Filmregisseur und Kunstkritiker in einer Person. Für Igor Strawinsky (1882-1971), Arthur Honegger (1892-1955) und Darius Milhaud (1892 bis 1974) schrieb er Opernlibretti sowie Ballettvorlagen und entwarf die Dekorationen und Kostüme für ihre Aufführungen.

Bei den Filmen, deren Drehbücher er verfasste, führte er auch Regie. Cocteau entstammte großbürgerlichen Verhältnissen. Ab ca. 1912 kam er mit vielen namhaften Dichtern, Malern, Musikern und Choreografen seiner Zeit in Kontakt. Entscheidend war die Begegnung mit Sergej Diaghilew (1872-1929), dem Leiter der einflussreichen Ballets Russes, der ihn aufforderte: «Überraschen Sie mich!». Zeitlebens trachtete Cocteau fortan danach, sein Publikum zu überraschen, indem er den künstlerischen Strömungen einen Schritt vorauszueilen suchte. Seine größten Erfolge sind der Künstlerroman Thomas der Schwindler (1923), eine eigenwillige «Bewältigung» des Ersten Weltkriegs, das den antiken Mythos aufgreifende Drama Orpheus (1926) sowie der Roman Kinder der Nacht (1929). 1955 wurde Cocteau in die Académie Française aufgenommen. Biografien: F. Brown, Ein Skandal fürs Leben, 1980; F. Steegmuller, Cocteau, 1973.

[aus: Joachim Kaiser, Das Buch der 1000 Bücher]