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6.12.2019 : 9:08 : +0100

Enharmonik

Die abendländische Notenschrift mit dem Fünf-Linien-System, den verschiedenen Notenschlüsseln und den Vor- und Versetzungszeichen erlaubt es, einen Ton, ein Intervall oder auch einen Akkord auf unterschiedliche Weise zu notieren. So kann man z. B. ein fis auch als ges notieren, das der gleichen klingenden Tonhöhe entspricht. Diese Umdeutung eines Tones nennt man «Enharmonik» (griech. enarmónios – in der Harmonie). Ihr liegt das Bestreben zugrunde, in der Notation so genau wie möglich den musikalischen Phänomenen zu entsprechen.

Für welche Notation sich der Tonsetzer entscheidet, hängt vom jeweiligen musikalischen Zusammenhang ab. Soll z. B. ein C-Dur-Dreiklang in seiner Grundstellung erklingen, notiert man über dem Grundton c die große Terz (die Dur-Terz) und die reine Quinte:

Der gleiche Akkord ließe sich aber z. B. auch so notieren:

[1.8.6. und 1.8.7. Klicken Sie auf die Akkorde, um sie zu hören.]

Beide Akkorde klingen gleich. Die übliche Notation mit den Tönen c-e-g erfasst das musikalische Phänomen des Dur-Dreiklangs. Hingegen würde die Notation des zweiten Akkordes nicht den Höreindruck abbilden.

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