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11.12.2019 : 23:22 : +0100

[Klick auf das Bild öffnet die Partitur-Präsentation: Ausschnitt aus
«Symphonie Nr. 9 e-moll,
«Aus der neuen Welt», 4. Satz, Takt 1-91]

Slovak Philharmonic Orchestra, Stephen Gunzenhauser (Conductor)
Zur Verfügung gestellt von der NAXOS Music Library.

Glossar

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Dvorák: Symphonie Nr. 9 in e-Moll

op. 95 «Aus der Neuen Welt»

Die Sinfonie e-Moll op. 95, die letzte und bekannteste der neun Sinfonien Antonín Dvoˇ ráks, war das erste und zugleich auch meistdiskutierte Werk, das der Komponist während seines dreijährigen Aufenthaltes in Amerika (1892–1895) schuf.

Die Sinfonie rief bei der Uraufführung am 15./16. 12. 1893 in der New Yorker Carnegie Hall stürmische Begeisterung hervor.  Dvoˇrák schilderte seinem Verleger Simrock die Aufnahme mit den Worten:

«Der Erfolg der Symphonie am 15. und 16. Dezember war ein großartiger, die Zeitungen sagen, noch nie hätte ein Componist einen solchen Triumph [gehabt]. Ich war in der Loge, die Halle war mit dem besten Publikum von New York besetzt, die Leute applaudierten so viel, daß ich aus der Loge wie ein König!? alla Mascagni in Wien (lachen Sie nicht!) mich bedanken musste...»

Von einer Sinfonie «deren Themen durchdrungen sind vom Geiste der Neger und Indianermelodien», von einer Sinfonie‚ deren Musik «erfüllt ist von amerikanischen Gefühlen» und von einem Werk, das den Beginn «einer neuen Musikepoche» für Amerika bedeute, war in den durchgehend positiven, ja begeisterten Uraufführungskritiken die Rede.

Und auch wenn in der damaligen Euphorie die Grenzen zur Übertreibung möglicherweise fliessend waren, folkloristische Originalität, ein von Dvoˇrák deutlich angestrebtes amerikanisches Kolorit, melodische Eingängigkeit, bezwingende Natürlichkeit und sinfonische Größe sind bis heute Kennzeichen der Eigenart dieser Sinfonie geblieben.

Klaus Döge