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23.10.2019 : 22:41 : +0200
Glossar

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Felix Mendelssohn Bartholdy

Mendelsohn Bartholdy (1809-1847), ein Schüler u.a. von Johann Nepomuk Hummel (Klavier), Eduard Rietz (Violine) und Carl Friedrich Zelter (Komposition), trat bereits mit neun Jahren zusammen mit seiner Schwester öffentlich als Pianist auf; 1821 wurde er mit Werken Carl Maria von Webers bekannt. Im gleichen Jahr spielte er Goethe in Weimar vor und fand 1825 in Paris mit seinem 3.Klavierquartett in h-Moll die Aufmerksamkeit Luigi Cherubinis. 1829 leitete Mendelssohn Bartholdy auf Anregung Zelters in Berlin die erste Wiederaufführung der »Matthäuspassion« von Bach und begründete damit die Bach-Renaissance im 19.Jahrhundert. Im Anschluss an Studienreisen nach Italien, Paris und London wurde er 1833 Musikdirektor in Düsseldorf. 1835 folgte er dem Ruf als Gewandhauskapellmeister nach Leipzig. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Gewandhausorchester zu einem hervorragenden Klangkörper. Als erster Kapellmeister leitete er das Orchester nicht vom Instrument, sondern mit dem Taktstock vom Pult aus. Mendelssohn Bartholdy machte Leipzig zu einem musikalischen Zentrum von europäischer Bedeutung und war 1843 Mitbegründer des ersten Konservatoriums für Musik in Deutschland.

Werk:
Mendelssohn Bartholdy, als Pianist und Dirigent eine der glänzendsten Erscheinungen seiner Zeit, gehört zu den Komponisten, deren Rang nicht immer unvoreingenommen beurteilt wurde. Von Richard Wagner bekämpft, von Friedrich Nietzsche für »einen schönen Zwischenfall der deutschen Musik« gehalten und von den Nationalsozialisten als Jude verunglimpft, erhob sich gegen ihn der Vorwurf, nach früher Meisterschaft (Sommernachtstraum-Ouvertüre, Oktett, 1.Sinfonie) in der Entwicklung stehen geblieben zu sein und als »konservativer Klassizist« der Musik keine neuen Impulse gegeben zu haben. Doch zeigen die von ihm entwickelten oder fortgeführten Formen (Konzertouvertüren, Orgelsonaten, Lieder ohne Worte, Scherzi) eine vollendete Beherrschung v.a. der kleinen lyrischen Form. Meisterhaft sind seine klare Instrumentierung und seine geschmeidige melodische Gestaltung.