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11.12.2019 : 22:49 : +0100

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Ausschnitt aus der Symphonie Nr. 3 in Es-Dur
«Rheinische» 1. Satz, Takte 1-165]

Polish National Radio Symphony Orchestra, Antoni Wit (Conductor)
Zur Verfügung gestellt von der NAXOS Music Library.

Glossar

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Schumann: Symphonie Nr. 3

op. 97, «Rheinische»

Schumanns dritte Symphonie von 1850, steht chronologisch annähernd auf halbem Wege zwischen ihrem stilistischen Vorbild, Beethovens dritter Symphonie Eroica von 1803 und ihrem offensichtlichen Nachfolger, Elgars zweiter Symphonie von 1911. All diese Symphonien haben nicht nur die Tonart Es-Dur, sondern auch den Klang eines heroischen Aufschwungs in den Ecksätzen gemeinsam, zu dem jeweils ein tiefsinniger und gefühlvoller langsamer Satz das Gegengewicht bildet.

Unmittelbarer Anlass der Komposition war Schumanns Ernennung zum städtischen Musikdirektor in Düsseldorf, eine Position, welche die Leitung des Düsseldorfer Musikvereinsorchesters einschloss. Die rheinische Landschaft beeindruckte ihn tief, und offenbar beschloss er, ein Werk zu schreiben, das nicht nur die Zufriedenheit mit seiner neuen Stellung, sondern auch seine Freude an der Umgebung, in der er sich befand, zum Ausdruck bringen sollte.

Die Symphonie wurde in einem Monat vollendet: Für den ersten Satz brauchte Schumann nur zwei Wochen, die übrigen vier Sätze folgten im Verlauf weniger Tage. Die erstaunliche Schnelligkeit, mit der er zu arbeiten vermochte, entsprang durchaus der Notwendigkeit, da es auch lange Zeitspannen gab, während derer er gänzlich unfähig zum Komponieren war, dieweil er an zwei größeren Behinderungen litt: Abgesehen von Syphilis, von der er sich irrtümlich geheilt wähnte, hatte er unter Anfällen einer manisch-depressiven Psychose zu leiden, die man heute eher als bipolare Störung diagnostizieren würde.

Schumann selbst nannte die dritte Symphonie seine «Rheinische», und der großartige Aufschwung des Anfangsthemas im 1. Satz könnte wohl einstehen für den weit gedehnten Lauf des rasch dahinströmenden Rheins selber.

Justin Connolly
Übersetzung: Wolfgang Schlüter