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Kontrollübungen

Es wird bisweilen vergessen, dass das Intervalltraining keinen Selbstzweck verfolgt, sondern eine Übung ist, die zum musikalisch differenzierten Hören hinführen soll. Darin liegt sein eigentlicher Wert. Denn letztlich ist nicht das Lösen von Intervall-Diktaten das Ziel, sondern das hörende Erfassen von melodischen und harmonischen Zusammenhängen.

Je differenzierter Sie Musik hören, um so intensiver erleben Sie Musik.

Die Kontrollübungen ergänzen die Grundübungen. Sie dienen dazu, die erworbenen Grundkenntnisse zu festigen, indem Sie die Intervalle in kurze musikalische Zusammenhänge stellen.

Sich zwei Töne eines Intervalls einzuprägen ist ein ziemlich abstrakter Vorgang, vergleichbar mit dem Lernen von Vokabeln einer fremden Sprache. So wie es hier hilft, «Eselsbrücken» zu bauen, indem man die Vokabeln mit Sinnzusammenhängen verbindet, hilft es auch beim Hörtraining, die Intervalle durch Ergänzungen in kleine musikalische Zusammenhänge zu stellen.

Das ist der Grundgedanke für die allgemein gebräuchliche Empfehlung, sich Intervalle mit Hilfe von bekannten Liedanfängen einzuprägen. Das, was beim Abfragen von zwei Intervalltönen noch eine Hilfestellung sein mag, irritiert allerdings beim Erhören eines musikalischen Literaturbeispiels. Denn wenn man z. B. das Thema aus einer Sonate von Ludwig van Beethoven erhören möchte und man auf «Oh Tannenbaum» oder die «West Side Story» zurückgreifen muss, entführt einen jede "Hilfe" aus dem eigentlich zu erhörenden Musikstück. 

Die Kontrollübungen dieses Kurses basieren deshalb nicht auf Liedanfängen, sondern auf musikalisch ungebundenen Standard-Verbindungen der Dur-Moll-Tonalität.

Die Übungen charakterisieren so das jeweilige Intervall, ohne von dem Musikstück, das es zu hören gilt, abzulenken. Und sie prägen sich leicht ein, da Sie sie schon viele Male - wenn auch möglicherweise unbewusst - gehört haben.

zur Kontrollübung 1 ›››