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6.12.2019 : 1:35 : +0100

Neumen-Notation

Aus skizzenhaften Zeichen, die sich die Sänger zunächst als Gedächtnisstütze notierten, entwickelten sich im 9. Jh. in der christlichen Liturgie die Neumen, die über dem Text notiert wurden und die melodischen Figuren der einstimmigen Gesänge abbildeten.

[1.1.1. Bretagne 10. Jh.: Sakramentar mit Gradualgesängen aus Saint-Pierre, Angers | 1.1.2. Oberitalien 11. Jh.: Graduale und Tropar-Sequenziar, vermutlich Bologna]

[1.1.3. Frankreich 11. Jh. – Graduale und Antiphonar aus der Benediktinerabtei Saint-Maur-des-Fossés]

Nach und nach wurden die regional unterschiedlichen Neumen vereinheitlicht, zwei Linien ergänzt und mit dem Buchstaben C oder F ein Notenschlüssel vorangestellt. Am Beginn des 11. Jh. fügte Guido von Arezzo eine dritte Linie ein und begründete damit das Terzliniensystem, das die diatonischen Tonfortschreitungen genau festhält und sich schließlich zum Fünf-Linien-System erweiterte.

[1.1.4. Frankreich 12. Jh.: Kantatorium aus der Benediktinerabtei Saint-Evroult de'Ouche]

[1.1.5. Frankreich 12. Jh. – Antiphonar aus der Benediktinerabtei Saint-Denis, Paris | 1.1.6. Deutschland 12. u. 13./14. Jh. – Antiphonar, benediktinisch, Herkunft unsicher]

[Quellen: Stäblin, Bruno «Schriftbild der einstimmigen Musik» in «Musikgeschichte in Bildern» Band 3.4, VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig 1975]

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