Sie sind hier: Musicademy / Musiklehre online / Grundlagen / Naturtonreihe / Wissenswelten / Klangfarbe
6.12.2019 : 9:35 : +0100

Klangfarbe

Der Kammerton a1 klingt z. B. auf einer Trompete anders als auf einer Geige. Die Tonhöhe (Frequenz) beider Klänge ist die gleiche, sie unterscheiden sich jedoch in der Klangfarbe.

[1.7.3. Klicken Sie mit der Maus auf die Noten, um sie zu hören.]

Die Klangfarbe wird bestimmt durch die Stärke, mit der die einzelnen Teiltöne bei der Klangerzeugung angeregt werden.

Die Lautstärke der Teiltöne zu kontrollieren ist ein höchst komplexer Vorgang, der nur bedingt steuerbar ist. Dennoch spielt er im Instrumentenbau, in der Instrumentation wie auch in der Praxis des Musizierens eine unverzichtbare Rolle. Denn die jeweilige Mixtur der Teiltöne macht die Individualität eines Klanges aus und beeinflusst damit unmittelbar die Expressivität.

Wenn man die geradzahligen Teiltöne hervorhebt, werden die Teiltöne verstärkt, die harmonisch mit dem Grundton nahe verwandt sind.

[1.7.4. Quelle: Dickreiter, Michael. Der Klang der Musikinstrumente. München 1977]

Komponisten erzeugen solche Klänge, die als klar und rein wahrgenommen werden, indem sie zwei Stimmen im Abstand einer Oktave setzen. Die Oberstimme verstärkt dann jeweils den 2. Teilton der Unterstimme.

Hingegen treten die harmonisch weniger verwandten ungeradzahligen Teiltöne hervor, wenn die geradzahligen Teiltöne nur schwach ausgebildet sind. Ein solches Klangspektrum findet man z. B. in der tiefen Tonlage der Klarinette.

[1.7.5. Klicken Sie auf «Anhören», um den Ton zu hören. Quelle: Dickreiter, Michael. Der Klang der Musikinstrumente. München 1977]

Auch im Orgelbau werden Pfeifen mit solch einem Klangspektrum hergestellt, indem zylindrische oder viereckige Pfeifen am Ende verschlossen werden. Pfeifen mit solchen Spektren klingen hohl und gedeckt. Sie werden deshalb «Gedackt-Pfeifen» genannt.

‹‹‹ zurückblättern :|: weiterlesen ›››