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20.8.2019 : 0:42 : +0200

Dynamik

Dynamik beschreibt in der Musik die Lautstärkeverhältnisse. Waren dynamische Effekte noch im Barock weitgehend auf den stufenweisen Wechsel von Tutti und Soli begrenzt («Terrassendynamik»), so ist die Kontrolle der Lautstärke seit dem 18. Jh. bis heute ein flexibles und in seinen differenzierten Abstufungen ein immer wichtigeres Gestaltungsmittel geworden. Die Unterscheidung von piano (p) und forte (f), also leise und laut, erweiterte sich zu einer stufenlosen Palette vom vierfachen Piano (pppp) bis zum vierfachen Forte (ffff).
Neben der Festlegung der Lautstärkegrade beschreiben die Anweisungen Crescendo (lauter werden) und Decrescendo oder Diminuendo (leiser werden) allmählich sich vollziehende Wechsel der Dynamik. Diese Anweisungen werden auch mit einer sich öffnenden (Crescendo) oder sich schließenden (Decrescendo) Gabel angezeigt.

[1.4.3. aus Franz Schubert, Sinfonie Nr. 9 h-Moll «Die Unvollendete» (Swedish Chamber Orchestra) | mit freundlicher Genehmigung von NAXOS]

Akzente wiederum ermöglichen das unvermittelte Betonen einzelner Töne oder Akkorde. Sie können die Taktschwerpunkte stärken, aber auch Impulse gegen die Taktschwerpunkte setzen. Akzente werden durch das Zeichen > über oder unter dem Notenkopf, stärkere Akzente mit den Angaben Fortepiano (fp) oder Sforzato (sf, sfz, fz, auch sffz oder ffz) notiert.

[1.4.4. aus Franz Schubert, Sinfonie Nr. 9 h-Moll «Die Unvollendete» (Swedish Chamber Orchestra) | mit freundlicher Genehmigung von NAXOS]

Mit der Gestaltung der Dynamik kann der Komponist die melodischen, harmonischen und metrischen Spannungsverläufe verstärken. Er kann sie aber auch als eigenständiges dramaturgisches Mittel einsetzten und damit überraschende Effekte hervorrufen.

[1.4.5. aus Franz Schubert, Sinfonie Nr. 9 h-Moll «Die Unvollendete» (Swedish Chamber Orchestra) | mit freundlicher Genehmigung von NAXOS]

Dynamische Angaben sind ebenso wie die Tempoangaben nicht absolut, sondern beschreiben Verhältnismäßigkeiten. Ein Forte in einem klassischen Menuett von W. A. Mozart ist nicht das gleiche wie ein Forte in der groß besetzten, hoch romantischen Alpensinfonie von Richard Strauss. Aber auch das Forte eines Trompetentons ist nicht das gleiche wie das eines Geigentons. So gilt es stets stilistisch wie auch instrumentenspezifisch abzuwägen.

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