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21.8.2019 : 12:11 : +0200

Wolfgang Rihm – Biografie

Geboren wurde Wolfgang Rihm am 13. März 1952 in Karlsruhe, bis heute hat er dort seinen Wohnsitz. Erste Kompositionsversuche unternahm er 1963. Bereits als Schüler des Karlsruher Bismarck-Gymnasiums, an dessen Aula, die dortigen Musikaufführungen und den Flügel er sich bis heute lebhaft erinnert, genoss er eine Sonderstellung als Künstler.

1968, noch während der Schulzeit, nahm er ein Kompositionsstudium bei Eugen Werner Velte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe auf, das er 1972, zeitgleich mit dem Abitur, abschloss.

1970 besuchte Rihm erstmals die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Weitere Kompositionsstudien erfolgten zunächst bei Wolfgang Fortner und Humphrey Searle, 1972/73 dann bei Karlheinz Stockhausen in Köln, 1973 bis 1976 schließlich bei Klaus Huber in Freiburg/Breisgau, wo er auch die musikwissenschaftlichen Seminare von Hans Heinrich Eggebrecht besuchte. Seine eigene Lehrtätigkeit begann 1973 in Karlsruhe, seit 1978 war Rihm Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen, seit 1985 ist er – als Nachfolger seines eigenen Lehrers Velte – Professor für Komposition an der Karlsruher Musikhochschule.

Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Jörg Widmann, Rebecca Saunders, Vykintas Baltakas und Márton Illés. Schon mit seinen ersten größeren szenischen Werken, den Kammeropern „Faust und Yorick“ (1976) und „Jakob Lenz“ (1977/78), unterstrich Wolfgang Rihm mit Nachdruck seine Ausdruckskraft und seine Konzentration auf subjektive kompositorische Entscheidungsprozesse – statt auf vorgeprägte Materialkonfigurationen nach dem Vorbild der seriellen Musik. Bis heute wuchs sein Schaffen auf über 400 Einzelwerke an, die ein Klanguniversum ganz eigener Art konstituieren, wobei er nahezu alle Gattungen berücksichtigt(e). 

Die ersten wichtigen Preise, die er erhielt, waren 1978 der Berliner Kunstpreis, der Kranichsteiner Musikpreis Darmstadt und der Reinhold Schneider-Preis der Stadt Freiburg. Zahlreiche weitere Auszeichnungen, Stipendien und Kompositionsaufträge folgten, gekrönt von der Verleihung des als „Nobelpreis der Musik“ apostrophierten Ernst von Siemens Musikpreises im Jahre 2003. Neben seiner kompositorischen Arbeit und seiner Lehrtätigkeit ist Rihm auch in etlichen Gremien aktiv: von verschiedenen Jurys bis zur GEMA und dem Vorsitz im Beirat der Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats. In seinen Schriften – nicht nur über eigene Werke – tritt er auch als scharfsinniger Musiktheoretiker hervor. 2012, im Jahr seines 60. Geburtstags, wird Wolfgang Rihm weltweit mit Aufführungen seiner Werke gefeiert.

Egbert Hiller

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