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19.10.2019 : 12:57 : +0200

Video: Instumente

«Instrumente bauen 1»


«Instrumente bauen 2»


ÜBERSICHT EINHEIT 8


Thema:

Geräusche – Klänge – Musik

Ziel:

Hören, Differenzieren und Definieren von Klängen in der Musik von Lisa Streich und György Ligeti

Zeit:

1 Doppelstunde

Lehrplanbezug:

Musik hören – Musik in ihrer Vielfalt begegnen, Wirkungen von Musik erfahren

Methode:

Einzel- und Gruppenarbeit

Material:

Plakate, Reflexionskarten, György Ligeti: Poème Symphonique für 100 Metronome, Musikausschnitt: PIETÀ Verstärker, Stifte


Arbeitsblätter

08_Foto_Plakat_Klaenge.pdf


Unterrichtseinheit 8


Ablauf

Die SchülerInnen hören zum einen den Ausschnitt aus PIETÀ von Lisa Streich und zum anderen einen Ausschnitt aus dem undefinedPoème Symphonique von György Ligeti für 100 Metronome. Dabei benennen sie die unterschiedlichen Klänge, die sie in beiden Stücken hören. Anschließend werden diese Begriffe (in Form eines Wortspeichers zum Thema «Geräusche und Klänge») auf Plakaten gesammelt, die als Ideenunterstützung zur Erstellen der eigenen Klangerzeuger (Unterrichtseinheit 9-10) dienen sollen.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die SchülerInnen beschäftigen sich in dieser Unterrichtseinheit mit den Begriffen ‚Geräusch‘ und ‚Klang‘, indem sie die Musik von Lisa Streich und György Ligeti hören und Begriffe für die gehörten Geräusche und Klänge finden. Zunächst hören die SchülerInnen in der Hörhaltung den Ausschnitt aus PIETÀ von Lisa Streich und sammeln in Einzelarbeit Begriffe für die gehörten Geräusche und Klänge. Diese können sie während des Hörens auf einem Zettel notieren. Im Klassenraum liegen Plakate (Überschrift: Geräusche/Klänge in der Musik von Lisa Streich) und Stifte aus. Nach dem Hören bewegen sich die SchülerInnen durch den Klassenraum und schreiben ihre Begriffe auf die verschiedenen Plakate. Hierbei sollen sich die Ideen der SchülerInnen frei von Wertungen entfalten können. Daher ist es wichtig, vor dieser Arbeitsphase den Hinweis zu geben, dass beim Schreiben nicht geredet und das Geschriebene nicht verbal kommentiert werden soll. Wenn SchülerInnen Ergänzungen oder Anmerkungen zu bereits Geschriebenem haben, können sie dies, auch schriftlich auf dem Plakat vermerken. Dies hilft den SchülerInnen sich nonverbal zu einer Idee zu äußern, ohne dabei in ein direktes Gespräch zu kommen und somit eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Das Notieren bereits erwähnter Ideen soll vermieden werden, damit keine Doppelungen entstehen. Während dieses sogenannten «stummen Schreibgesprächs» kann leise die Musik von Lisa Streich im Hintergrund abgespielt werden.

Anschließend hören die SchülerInnen György Ligetis Poème Symphonique. Diese Musik ist bewusst als Kontrast, aber auch als Ergänzung zu derjenigen Lisa Streichs zu sehen. In diesem Stück steht das sich wiederholende, mechanische Ticken der Metronome, das keine Regelmäßigkeit aufzeigt, sondern sich immer wieder neu sortiert, im Zentrum. Dies liegt an den unterschiedlichen Tempi der Metronome. Den mechanischen Aspekt finden wir auch bei Lisa Streich wieder, allerdings nicht im repetitiven Charakter, sondern individuell von Menschenhand gespielt und kombiniert mit den elektronisch erzeugten Klängen der Motoren. Dadurch entstehen individuelle Klänge, die Assoziationsspielräume ermöglichen (siehe Beginn der Unterrichtsreihe). Nach dem Hören des Poème Symphonique verfahren die SchülerInnen genauso wie nach dem Hören der Musik von Lisa Streich. Sie sammeln ihre Begriffe auf Plakaten mit der Überschrift: Geräusche/Klänge in der Musik von György Ligeti.

Ziel dieser Begriffssammlungen ist, im Vorausblick auf die kommenden Unterrichtseinheiten, dass die SchülerInnen erste Vorstellungen für die Umsetzung ihres eigenen komponierten Musikstücks entwickeln können und ihnen hierfür Möglichkeiten aufgezeigt werden. Gleichzeitig setzen sich die SchülerInnen damit auseinander, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede mechanische und elektronische Klänge haben können. Auch bei dieser Sammlung ist ein stummes Schreibgespräch möglich, indem die SchülerInnen gegenseitige Anmerkungen zu dem Geschriebenen vornehmen können.

Abschließend werden die Plakate vorgestellt, Anmerkungen durch die SchülerInnen selbst ergänzt und eine zusammenfassende Gegenüberstellung der wichtigsten Begriffe beider Musiken visualisiert. Gleichzeitig bietet es sich an, in ein Gespräch über die Unterschiedlichkeit von Musik zu kommen und mit den SchülerInnen gemeinsam die Frage nach »Geräusch, Klang und Musik» zu erörtern.
Die Lehrkraft kann am Ende der Unterrichtseinheit bereits einen Vorausblick auf die nächsten Unterrichtseinheiten geben. Sie kann bereits darauf hinweisen, dass eigenen Klangerzeuger erstellt werden und mit ebendiesen Musik komponiert werden soll. Dabei dürfen eben auch elektronische Klänge eingebaut oder mit dem präparierten Klangerzeuger kombiniert werden.

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